Brettspielen trotz Corona

Alle BrettspielerInnen stehen in der Corona Pandemie vor einem großen Problem, denn Mindestabstände lassen sich in der Realität gemeinsam bei einer Brettspielrunde am Tisch nicht einhalten. Zudem ist die bevorzugte Zeit der Brettspiele, die des schlechten Wetters und daher besonders im Herbst, Winter und Frühjahr, wenn es also wetterbedingt kaum möglich ist, an der frischen Luft zu spielen. Normalerweise hält man mit geschlossenen Türen und Fenstern Regen, Kälte und anderes Ungemach draußen, holt sich aber auf diese Weise, die Viren herein und lässt sie buchstäblich nicht mehr hinaus.

Nicht von ungefähr entfallen dieses Jahr praktisch alle denkbaren großen und mittleren liebgewonnen Brettspielevents und Messen. Oder?

Nein, sie entfallen nicht, denn findige Leute sind auf den Gedanken gekommen, das man diese Veranstaltungen auch Online abhalten kann. Warum also weigern sich zumindest in meinem näheren privaten Umfeld, immer noch so viele Bekannte und Freunde auf diesen Zug aufzuspringen?

Oft genug habe ich diesen Sommer über gehört, wie schlimm doch alles sei und daß man „uns das liebste Hobby regelrecht gestohlen hätte“. Ist das wirklich so?

Ich behaupte man kann trotz Corona Krise und körperlicher Distanz dem Hobby Spielen immer noch nachgehen und das eben nicht nur im engsten Familien und Freundeskreis.

Ja, Brettspiele haben einen nahezu ultimativen sozialen Charakter, man spielt eben in der Regel zusammen mit anderen Menschen und trifft diese. Und Ja, es gehört ein wenig Fantasie und Guter Wille dazu, die Online Möglichkeiten als Ersatz hierfür wahrzunehmen. Aber was ist die Alternative? Die weltweiten Probleme zu leugnen, sich nur traurig und einsam zurückziehen?

Dagegen steht, dass Apps, Spiele-Webseiten und Software ein riesiges Angebot bereitstellen. Man kann dort mit den Freunden und Bekannten, ebenso wie mit Unbekannten praktisch zu jeder Tag- und Nachtzeit zocken. Einfach mal die Vorurteile überwinden, die Maus statt den Pöppel in die Hand nehmen und dazu Skype oder Discord anschalten und die räumliche Trennung muß keine andauernde soziale Trennung mehr sein.

Rundenbasierte Spiele eignen sich logischerweise besonders gut für eine sogenannte asynchrone Umsetzung Hier müssen nicht alle MitspielerInnen gleichzeitig vor dem Monitor sein. Eine Meldung taucht auf, sobald man wieder am Zug ist. Also kann jeder dann spielen, wann er will und die MitspielerInnen werden automatisch benachrichtigt, wenn sie wieder dran sind.

So funktionieren beispielsweise grundsätzlich Spiele-Plattformen wie Yucata oder Boardgamearena. Mir persönlich allerdings gefällt diese Vorgehensweise nicht so besonders, denn der soziale Teil, das Zusammensein fehlt hier noch. Das sieht aber anders aus, wenn man sich zu festen Zeiten auf den genannten Plattformen verabredet und z.B. zusätzlich Discord als Sprachchatmöglichkeit gleichzeitig benutzt. Auch vor Corona, musste ich mich mit anderen verabreden, also mache ich es jetzt hier Online eben genauso. Außer mit einem Mikrofon am PC, kann ich mir noch eine Webcam installieren und je nach persönlichem Gusto mein mehr oder weniger aktuelles Bild inklusive Coronafrisur an die Freunde übertragen.

Natürlich bedarf es einer gewissen Einarbeitung in die technische Materie, aber bestimmt gibt es im Freundeskreis zumindest eine Person, die sich auskennt und gerne bei Fragen der Installation behilflich ist.

Also: Lasst euch euer Hobby nicht durch das Virus kaputt machen, lasst euch euer Hobby aber ebenso nicht durch falsche Vorurteile kaputt machen und meldet euch an. Heute, nicht erst morgen.

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